Resultate, die ich beurteilen kann (Teil 3/8)
Vom Coden zurück zur Produktentwicklung. Und zu meinem ersten Agenten.
Am Ende meines Programmier-Selbstversuchs (Teil 2/8) blieb die Frage: Was kann ich mit KI tun, das ich auch wirklich beurteilen kann?
Wo erkenne ich auf den ersten Blick, ob ein Ergebnis etwas taugt? Was kann ich gut, was mache ich den ganzen Tag? Die Antwort lag auf der Hand: das, was ich seit zwanzig Jahren mache, Produkte und Maschinen entwickeln. Da sehe ich sofort, ob etwas Hand und Fuss hat.
Erst der Prozess, dann die Werkzeuge
Zuerst zeichnete ich einen klassischen Produktentwicklungsprozess auf ein Blatt Papier. Alle Schritte von der ersten Idee bis zur Markteinführung. Bei jedem Schritt dieselben Fragen: Geht das mit KI? Gibt es Tools? Kann mich ein LLM unterstützen? Kann ich ganze Arbeitspakete abgeben? Wo ist der Ingenieur nicht ersetzbar?

Abbildung: Der Entwicklungsprozess. Welche Tools gibt es für welche Aufgabe. Taugen die Tools etwas? Gibt es europäische Alternativen?
Getestet, bewertet, aussortiert
Ich habe viel ausprobiert, quer durch den Prozess. Für die Konstruktion zum Beispiel den Claude-Connector zu Fusion (Vibe CAD). Dieser konnte noch nicht überzeugen, aber die Richtung könnte in Zukunft spannend werden, das behalte ich im Auge. Dann 3D- und Design-Tools wie Bambu Studio und Vizcom, Recherche mit Perplexity und NotebookLM, Automatisierung mit Make und n8n. Manches beeindruckte, manches war noch nicht so weit. Aber ich bekam ein Gefühl dafür, was möglich ist. Nach und nach fand ich geeignete Tools für die einzelnen Schritte im Produktentwicklungsprozess.
Mein erster Agent
Anschliessend baute ich einen Agenten: das Konzept Studio. Die Aufgabe des Konzept Studios ist, Ideen zu visualisieren und für ein Team oder einen Gesprächspartner greifbar zu machen.
Wenn es ums Visualisieren von Ideen und um das Erarbeiten von Konzeptskizzen geht, nutze ich dafür meist mein iPad mit Procreate oder Midjourney und fasse die Ergebnisse in grauenhaft technischen Powerpoint-Präsentationen zusammen. Genau das wollte ich jetzt von einem Agenten machen lassen. Und das Resultat konnte ich gut beurteilen, weil ich es schon so oft selbst gemacht hatte.
Es funktionierte richtig gut. Mit Tutorials und Vorlagen promptete ich Agenten-Skills. Der Agent liess sich mit jedem Versuch iterativ verbessern und mit Projektkontext ausstatten. Während er schon erste Aufgaben erledigte, schliff ich ihn weiter und weiter. Der Output ist eine HTML-Landingpage, wie ich sie niemals selbst hätte erstellen können. Einmal mehr war ich von KI fasziniert.

Abbildung: Powerpoint-Präsi vs. Claude-HTML-Präsentation. Das verdirbt mir glatt den Spass an Powerpoint. Die Bilder habe ich gemeinsam mit dem Agenten entwickelt.
Dein erster Agent?
Mittlerweile habe ich diverse Agenten für unterschiedlichste Aufgaben erstellt. Einen Konstruktions-Begleiter der mir in unheimlicher Geschwindigkeit Maschinenelemente aus meinen Lieblings-Shops raussucht. Eine Patent-Beraterin die mich bei rechtlichen Fragen berät und mich bei Recherchen unterstützt. Und einen Produktmanager-Agent der sich Gedanken über Trends macht und auf Wunsch ganze Marktanalysen durchführt. Die einen funktionieren einwandfrei, den anderen muss ich zwischendurch noch auf die Sprünge helfen. Aber mit jeder Iteration werden die Agenten präziser, schneller und erstaunlicher.

Abbildung: Produktentwicklung mit Agenten-Team. Jeder Agent benutzt geeignete KI-Tools und setzt diese gezielt ein.
Wenn du magst, setzen wir uns zusammen und lassen einen meiner Agenten arbeiten oder wir bauen gemeinsam einen Agenten mitsamt den passenden Skills für genau deine Anwendung. Und falls du erstmal sehen willst, was solche Agenten alles tun können, zeige ich das gern live mit einer Präsentation. Einige Ergebnisse werde ich ausserdem hier in dieser Reihe zeigen.
Im nächsten Beitrag geht es zum Beispiel darum, das Konzept Studio anzuwenden und aus einer Idee eine selbsterklärende, visuelle Konzeptpräsentation zu erstellen. Die Idee heisst Lok-Buddy. Mehr dazu im nächsten Beitrag.